Dramatiker Rolf Hochhuth zu Wilhelm II. und der „Glanzzeit der Kultur“

Antwort von Rolf Hochhuth im einem kürzlich geführten Interview auf die Frage:

Gern wird hinsichtlich der Kultur zwischen Glanzzeiten und Niedergangszeiten unterschieden. Endete vor hundert Jahren eine Glanzzeit der Kultur?

Rolf Hochhuth: „Nun, ohne jeden Zweifel hat die deutsche Kultur vor dem Ersten Weltkrieg eine beispiellose Glanzzeit erlebt. Dass sie aber nach dem Krieg abrupt geendet hätte, lässt sich nicht sagen. In den Zwanzigerjahren gab es noch einmal einen Rausch an Neuem, man denke an die Expressionisten oder an die Neue Sachlichkeit. Schon die Erinnerung daran ruft bei mir allerdings unerfreuliche Assoziationen, was den heutigen Umgang mit solchem Erbe angeht, auf: Offenbar sind jetzt in Berlin Leute an der Macht, die es für vertretbar halten, das von Max Reinhardt persönlich aus seinem Privatvermögen finanzierte Theater am Kurfürstendamm von 1921 – Neue Sachlichkeit – einfach abzureißen. Die Demokratie scheint es darauf angelegt zu haben, die Künste zu vernichten. Offenbar liegt das an ihrem Personal. Illustrieren lässt sich das an einer Stilfrage: Wenn der vielverachtete letzte Wilhelm [II.] unter den Linden spazieren ging, folgte ihm im Abstand von zehn Metern ein Offizier. Wilhelm hätte sich – wie seine Vorfahren – geschämt, sich vor seinem Volk durch Bodyguards schützen zu lassen, obwohl auf den alten Wilhelm (I.) unter den Linden zweimal geschossen worden ist, auch auf Bismarck zweimal, auf den alten Kaiser im Ganzen viermal. Diese Beziehung zum Volk haben unsere demokratischen Politiker längst verloren. Dazu eine Anekdote: Wilhelm II. trifft Unter den Linden Richard Strauß und sagt zu ihm: „Wie sehen Sie denn aus, Sie müssen mal vierzehn Tage nach Florenz.“ Darauf Strauß: „Majestät haben doch sicher gelesen: Mir ist am Freitag der Furtwängler umgefallen.“ „Ach ja,“ erwidert Wilhelm, „dann müssen Sie sich am Samstag ihren Rosenkavalier selbst dirigieren.“ – Welcher Politiker würde heute überhaupt noch den Chef der Staatsoper erkennen? Nein, hinsichtlich der Behandlung der Künste kann man die Demokratie nur verachten – welcher Tourist, den auch Architektur interessiert, hat je eine Stadt besucht, die nicht von Monarchen gebaut wurde, sondern von Demokraten? Letztere haben die Architektur vernichtet, indem sie alle Kunst am und im Bau abschafften.“

Buch von US-Historiker McMeekin erscheint am 10. März in deutscher Übersetzung!

Der US-Historiker Sean McMeekin hat ein neues Werk „July 1914„, in dem er die Vorgeschichte des 1. Weltkriegs und die sogenannte „Julikrise“ untersucht, vorgelegt.

Er sieht die Hauptverantwortlichen für die Eskalation der Ereignisse in den Politikern und Militärs in St. Petersburg und Paris.

Erneut ein spannender Beitrag zur Diskussion anläßlich der 100. Wiederkehr des 1. Weltkrieges!
Die Mär einer deutschen bzw. deutsch-österreichischen Allein- oder Hauptschuld zerbröckelt zusehends.

Das Buch bei Amazon: Weiterleitung zu Amazon

Bruno Bandulets neues Buch zum 1. Weltkrieg

Wie bereits angekündigt, hat der Publizist Bruno Bandulet ebenfalls ein Buch über den Weg in den 1. Weltkrieg verfasst, das nun erschienen ist:
„Als Deutschland Großmacht war“

Bandulet beleuchtet auch die Gründe – für den alles entscheidenden – Kriegseintritt der USA in den 1. Weltkrieg und kommt aufgrund seiner Kenntnis weltwirtschaftlicher und finanzieller Verflechtungen zu interessanten Schlüssen: Weiterleitung zu Amazon

Kontrafaktische Geschichtsschreibung kompakt

Michael Klonosvky schreibt auf www.ef-magazin, wie heute sein könnte, wenn es damals anders gekommen wäre.
Wie immer witzig, kenntnisreich und mit überraschenden Folgerungen – Klonovsky eben!

http://ef-magazin.de/2014/01/23/4877-erster-weltkrieg-deutsche-kriegsdummheit

Internationale Stimmen zum Bestseller „Die Schlafwandler“ (2)

„The best book I have read this year, or indeed for several years“
Simon Heffer, New Statesman, Book of the year

„The arguments [Clark] sets out in this quite superb account of the cause of the First World war are so compelling that they effectively consign the old historical consensus to the bin…
A masterpiece. It’s not often that one has the privilege of reading a book that reforges our understanding of one of the seminal events of world history.“

Simon Griffith, Daily Mail

Vor 100 Jahren: umjubelter Besuch des Kaisers im Bergischen Land!

Der „Reisekaiser“ Wilhelm II. nutzte begeistert die moderne Technik. Er liebte das Automobil. Mit großem Gefolge und sechs Fahrzeugen besuchte er vor genau 100 Jahren auch das Bergische Land.

Die unzähligen Besuche des ranghöchsten Repräsentanten des noch jungen Kaiserreichs überall in den deutschen Provinzen trugen erheblich zur inneren Einigung Deutschlands bei.

Hier der vollständige Artikel:
www.rundschau-online.de/rhein-berg/wilhelm-ii–der-kaiser-kam-nach-overath,16064474,24638692.html

JF: Hans Fenske über „Die Schlafwandler“

In der JF 42/13 vom 11.10.2013 schreibt Prof. Dr. Hans Fenske über Christopher Clarks „Die Schlafwandler“.

Clarks neues Werk ist bereits seit Wochen Nummer  1 auf der Bestsellerliste/Sachbuch in Deutschland. Bedenkt man die doch spezielle Thematik und den großen Umfang des Buches (in der deutschen Übersetzung ca. 1000 Seiten), ist dieser Erfolg umso erstaunlicher.

Die öffentliche Wahrnehmung des 1. Weltkrieges wird künftig – auch in Deutschland – gewiß nicht mehr die althergebrachte sein. Ein Dammbruch!

Ausstellung über Wilhelm II.

Seit Sonntag ist in Gerolstein bei Trier eine Ausstellung über Wilhelm II. zu sehen.

Nähere Informationen unter:
http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/gerolstein/kurz/Kurz-Ausstellung-ueber-Kaiser-Wilhelm-II-wird-in-Erloeserkirche-eroeffnet;art8069,3652283