157. Geburtstag Kaiser Wilhelms II.

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Portrait Wilhelms II. im Schloßhotel Berlin-Grunewald (Aufnahme 2015)

Am 27. Januar 1919 sendete Gustav Stresemann, Vorsitzender der nationalliberalen DVP und späterer Außenminister des Deutschen Reiches, folgendes Glückwunschtelegramm an den sich im holländischen Exil befindlichen Wilhelm II. zu dessen 60. Geburtstag:

Euer Majestät sendet die deutsche Volkspartei zum sechzigsten Geburtstag ehrfurchtsvolle Glückwünsche. Wir würdigen in Dankbarkeit die Arbeit, die Euer Majestät getreu dem Ausspruch ‚Kaisertum ist Dienst am Deutschen Volke‘ in mehr als dreißigjähriger Tätigkeit für das Deutsche Reich und das Deutsche Volk geleistet haben. In Erinnerung an die ersten Worte des alten national-liberalen Parteiprogramms – ‚unverbrüchliche Treue zu Kaiser und zu Reich‘ – gedenken wir der großen Zeit, die Deutschland und Preußen unter der Hohenzollernherrschaft durchlebt haben. Wir wünschen Eure Majestät von ganzem Herzen einen friedlichen Lebensabend und bitten, davon überzeugt zu sein, daß Millionen Deutscher mit uns auch unter den neuen Verhältnissen und auf neuer Grundlage des staatlichen Lebens stets das Bekenntnis zum monarchischen Gedanken hochhalten und  sich gegen jede würdelose Abkehr von den hohen Idealen des deutschen Kaisertums und preußischen Königtums wenden werden.“

Dokufilm: „Berlin zur Kaiserzeit – Glanz und Schatten einer Epoche“ (1985)

Der Dokumentarfilm von Irmgard von zur Mühlen aus dem Jahre 1985 zeigt ein sehenswertes Porträt Berlins und seiner Gesellschaft der Kaiserzeit. Obwohl der Film inzwischen in Frage gestellte Stereotype nicht ausspart (z.B. die angeblich unvernünftige Entlassung Bismarcks durch den Kaiser), hebt er sich doch wohltuend von den einseitigen, rein negativen Dokudramen der Gegenwart ab.

Insgesamt wird die enorme Widersprüchlichkeit einer Epoche voller Dynamik und Umbrüche eindrucksvoll deutlich, genauso wie die überraschende Liberalität des Kaiserreichs: Kritische Stimmen wurden nicht moralisierend uniform verurteilt wie heute, sondern konnten sich weitgehend frei entfalten – in den Parteien, in der Presse und in der Kunst.

Kaiser Wilhelm II. als prägende Figur der Epoche nimmt eine zentrale Rolle auch im Film ein; die Urteile über ihn sind durchaus ausgewogen und nicht einhellig negativ. Ein Beispiel: „So ablehnend Wilhelm Sozialdemokraten gegenüber war – den ‚vaterlandslosen Gesellen‘, wie er sie bezeichnete – so tolerant zeigte er sich gegenüber Juden. Die jüdische Gemeinde erstarkte. Im Bank- und Zeitungswesen, in Literatur und Theater spielten die Juden eine herausragende Rolle.“

Einziges Manko des Filmes ist, daß ein Vergleich Berlins mit anderen zeitgenössischen Metropolen (wie London, Paris, New York oder Moskau) fehlt. Viele der Szenen, die auf uns heute befremdlich wirken (z.B. die generelle Überhöhung des Militärischen, die Rolle der Frauen oder die soziale Not der Arbeiterschaft) waren schließlich eine Zeiterscheinung, die in den anderen Metropolen und Ländern in ähnlicher und sogar noch schlimmerer Weise zu Tage traten. Die sozialen Verhältnisse im Berlin der Kaiserzeit waren im Vergleich fortschrittlicher und humaner als in London oder Paris (wo es z.B. noch keine vergleichbare Sozialversicherung gab). Das militärische Pathos war ein allgemeines Kennzeichen des Zeitalters des Imperialismus – und in Berlin nicht anders als in Moskau oder London, wo sich das stolze britische Empire feierte (und wo das Frauenwahlrecht erst 1928 eingeführt wurde).

Sie können sich den Film hier ansehen:

„Mehr Wilhelminismus wagen!“
Der erfolgreichste Staat der Welt

„Mehr Wilhelminismus wagen!“ – unter diesem provokativen Titel veröffentlichte Wolfgang Müller, einer der beiden Betreiber von wilhelm-der-zweite.de, kürzlich einen Artikel im libertären Magazin eigentümlich frei.

Wolfgang Müller erinnerte darin an die Modernität des deutschen Kaiserreiches, welches in vielerlei Hinsicht eine bessere Bilanz aufwies als die derzeitige späte Bundesrepublik.

Lesen Sie den ganzen Artikel unter:
http://www.ef-magazin.de/2015/09/02/7398-geschichtsrevision-mehr-wilhelminismus-wagen

„Wilhelm Zwo statt Bismarck“

Wilhelm Zwo statt Bismarck“ – so hat SPIEGEL Online-Kolumnist Jakob Augstein die gestrige Ausgabe seiner Kolumne „Im Zweifel links“ betitelt. Der Titel spielt auf die Forderung der BILD-Zeitung vor ein paar Tagen an, Angela Merkel müsse sich in der Behandlung der Griechenland-Krise jetzt unnachgiebig wie der „Eiserne Kanzler“ Bismarck zeigen (siehe Foto oben). Augstein hält dem in seiner Kolumne entgegen: Aber ein Bismarck ist diese Kanzlerin nicht. Passender wäre der Vergleich mit Wilhelm Zwo.
Wer nun eine sachliche Begründung für diesen Vergleich erwartet, wird naturgemäß enttäuscht: Augstein bleibt sie schuldig, und er generalisiert zudem in unsachlicher Weise, in dem er seine ursprüngliche Kritik an Merkel auf Deutschland insgesamt ausweitet und ein „Wiedererwachen eines dunklen deutschen Nationalismus“ wahrnehmen will.

Aber weshalb bringt Augstein „Wilhelm Zwo“ ins Spiel? Den letzten deutschen Kaiser, dessen Regentschaft beinahe 100 Jahre zurückliegt und der mit einer Kanzlerin der Bundesrepublik und der aktuellen Griechenlandkrise ganz konkret nun wirklich nichts gemein hat!
Die Antwort: Wilhelm II. dient weiterhin als willkommene Negativfigur, als Unhold, als Maximalexempel eines Unsympathen. So wird der Kaiser in erster Linie von der Öffentlichkeit immer noch wahrgenommen, obwohl dieses Zerrbild von Historikern längst relativiert wurde. Hier müssen gar keine Argumente geliefert werden, wie sie auch Augstein nicht vorbringt – es greift ja das negative Bild, das die meisten vom Kaiser noch immer im Kopf haben.

Dies gilt insbesondere, wenn Bismarck ins Spiel kommt: Der positiven Figur „Bismarck“ wird dann gerne Wilhelm II. als negative Entsprechung gegenübergestellt. Hier der weise, vernünftige Reichskanzler – dort der unreife, unvernünftige Kaiser. Auf genau diese Antagonie spielt Augstein mit seinem Kolumnentitel an.

Daß die einseitige Positivzeichnung Bismarcks einerseits und die Dämonisierung des Kaisers andererseits den historischen Tatsachen nicht gerecht wird, haben wir schon in unserem Artikel zur Entlassung Bismarcks durch Wilhelm II. beleuchtet.

Bismarck hatte nach seiner Entlassung freilich ganz gezielt daran gearbeitet, daß die positive Mythologisierung seiner eigenen Person einerseits und die Dämonisierung des Kaisers andererseits ins öffentliche Bewußtsein geriet – wo sie noch heute verankert ist, so stark sogar, daß Jakob Augstein im Jahre 2015 nur zu gerne darauf zurückgreift.
Die historischen Tatsachen erfordern jedoch eine differenziertere Betrachtung! Einen aktuellen Beleg hierfür liefert etwa der kürzlich erschienene Welt-Artikel „Die Mär vom deppenhaften Helgoland-Sansibar-Tausch“.

Diskussion um den Berliner Neptunbrunnen

Der Neptunbrunnen in Berlin-Mitte auf dem Platz zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche (in der Nähe des Fernsehturmes/Alexanderplatzes) ist auch heute ein beliebtes Fotomotiv:

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Der Neptunbrunnen wurde 1891 ursprünglich vor dem Berliner Schloß errichtet. Er war ein Geschenk des Berliner Magistrats an den jungen Kaiser Wilhelm II. – eine Tatsache, die weitgehend vergessen ist!

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Der später sehr bekannte Bildhauer Reinhold Begas schuf den Brunnen in 3jähriger Arbeit; er stellt eine der größten bildkünstlerischen Brunnenanlagen der Welt dar! Die bekannten vier Frauenfiguren am Rand des Brunnens sollen die Flüsse Rhein, Weichsel, Oder und Elbe symbolisieren.

Nachdem die DDR-Führung das Schloß 1951 sprengen ließ, wurde der vom Krieg verschonte Brunnen demontiert und 1969 auf dem Platz zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche neu errichtet, wo er noch heute steht. Im Zuge des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses entbrannte in jüngster Zeit auch die Diskussion um die Gestaltung des Schloßumfeldes neu. Viele wünschen eine Rückverlegung des Neptunbrunnens an seinen ursprünglichen Platz vor dem Schloß – geht dieser Standort doch auf den Plan des genialen preußischen Baumeisters Karl-Friedrich Schinkel zurück.

Nach einem Beschluß des Berliner Senats soll der Neptunbrunnen jedoch auf seinem jetzigen Platz verbleiben. Es bleibt zu hoffen, daß nach Wiederherstellung der barocken Schloßfassaden 2019 der Ruf neu laut wird, das ganze stimmige historische Schloßensemble – mitsamt Neptunbrunnen – wiederherzustellen und daß der Senatsbeschluß letztlich revidiert wird.

Siehe auch: „Der Neptunbrunnen gehört vors Schloss“ (Tagespiegel-Artikel)

Interview (Video): „Kaiser Wilhelm II. – Politisch unkorrekte Korrekturen eines Zerrbildes“

Der Historiker und Journalist Jan von Flocken  (geb. 1954) gibt in einem umfangreichen Video-Interview seine Deutung der Wilhelminischen Epoche zum Besten. Dabei korrigiert er viele weitverbreitete Verzerrungen und Einseitigkeiten in unserem Geschichtsbild und widerlegt zahlreiche der gängigen Vorwürfe gegenüber Wilhelm II.

Das Video erfreut sich auf YouTube bereits großer Beliebtheit. Prädikat „Sehenswert!“

 

DVD-Empfehlung: „1914 – Die letzten Tage vor dem Weltbrand“ (1930/2014)

Im Sommer dieses Jahres erschien das 1930 gedrehte Dokumentarspiel „1914 – Die letzten Tage vor dem Weltbrand“ erstmals auf DVD.

Der gut eineinhalbstündige Spielfilm mit den bekanntesten Schauspielern der Weimarer Republik (u.a. Heinrich George) dokumentiert die Julikrise in Form eines spannenden Kammerspiels. Grundlage für das Drehbuch bildete das 1928 erschienene Buch „Die kritischen 39 Tage“ von Dr. Eugen Fischer, das die komplexen Ursachen für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges umfassend nach dem damaligen Forschungsstand untersuchte. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten dabei die Vorgänge am Zarenhof.
In der NS-Zeit wurde der Film aufgrund des jüdischen Regisseurs Richard Oswald verrissen und galt als „unerwünscht“.

Der Film wurde digital restauriert, kommt mit einem aufwendig gestalteten 24seitigen Beiheft und eignet sich ideal auch als Weihnachtsgeschenk für geschichtlich Interessierte.

Mehr Infos und Bestellmöglichkeit: Weiterleitung zu Amazon

Heute vor 100 Jahren: Aufruf deutscher Intellektueller

Genau heute vor 100 Jahren, am 4. Oktober 1914, veröffentlichten 93 renommierte deutsche Wissenschaftler, Künstler und Schriftsteller ihren gemeinsamen „Aufruf an die Kulturwelt“.
Der Aufruf, an dem sich so bekannte Persönlichkeiten wie Max Planck, Max Reinhardt, Max Liebermann und die Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann, Rudolf EuckenConrad Röntgen, Emil von Behring, Emil Fischer, Wilhelm Wien und Paul Ehrlich beteiligten, ging als „Manifest der 93“ in die Geschichte ein. Mehrere der Unterzeichner waren Juden.
Die Intellektuellen wandten sich in ihrem Aufruf gegen die zunehmend aggressive alliierte Kriegspropaganda, die die Deutschen als „Hunnen“ und „Kulturverächter“ stilisierte.

Der Wortlaut des Manifests:

An die Kulturwelt! Ein Aufruf.

Wir als Vertreter deutscher Wissenschaft und Kultur erheben vor der gesamten Kulturwelt Protest gegen die Lügen und Verleumdungen, mit denen unsere Feinde Deutschlands reine Sache in dem ihm aufgezwungenen schweren Daseinskampfe zu beschmutzen trachten. Der eherne Mund der Ereignisse hat die Ausstreuung erdichteter deutscher Niederlagen widerlegt. Um so eifriger arbeitet man jetzt mit Entstellungen und Verdächtigungen. Gegen sie erheben wir laut unsere Stimme. Sie soll die Verkünderin der Wahrheit sein.

Es ist nicht wahr, daß Deutschland diesen Krieg verschuldet hat. Weder das Volk hat ihn gewollt noch die Regierung noch der Kaiser. Von deutscher Seite ist das Äußerste geschehen, ihn abzuwenden. Dafür liegen der Welt die urkundlichen Beweise vor. Oft genug hat Wilhelm II. in den 26 Jahren seiner Regierung sich als Schirmherr des Weltfriedens erwiesen; oft genug haben selbst unsere Gegner dies anerkannt. Ja, dieser nämliche Kaiser, den sie jetzt einen Attila zu nennen wagen, ist jahrzehntelang wegen seiner unerschütterlichen Friedensliebe von ihnen verspottet worden. Erst als eine schon lange an den Grenzen lauernde Übermacht von drei Seiten über unser Volk herfiel, hat es sich erhoben wie ein Mann.

Es ist nicht wahr, daß wir freventlich die Neutralität Belgiens verletzt haben. Nachweislich waren Frankreich und England zu ihrer Verletzung entschlossen [siehe dazu z.B. Christopher Clarks „Schlafwandler“]. Nachweislich war Belgien damit einverstanden. Selbstvernichtung wäre es gewesen, ihnen nicht zuvorzukommen.

Es ist nicht wahr, daß eines einzigen belgischen Bürgers Leben und Eigentum von unseren Soldaten angetastet worden ist, ohne daß die bitterste Notwehr es gebot. Denn wieder und immer wieder, allen Mahnungen zum Trotz, hat die Bevölkerung sie aus dem Hinterhalt beschossen, Verwundete verstümmelt, Ärzte bei der Ausübung ihres Samariterwerkes ermordet. Man kann nicht niederträchtiger fälschen, als wenn man die Verbrechen dieser Meuchelmörder verschweigt, um die gerechte Strafe, die sie erlitten haben, den Deutschen zum Verbrechen zu machen.

Es ist nicht wahr, daß unsere Truppen brutal gegen [die belgische Stadt] Löwen gewütet haben. An einer rasenden Einwohnerschaft, die sie im Quartier heimtückisch überfiel, haben sie durch Beschießung eines Teils der Stadt schweren Herzens Vergeltung üben müssen. Der größte Teil von Löwen ist erhalten geblieben. Das berühmte Rathaus steht gänzlich unversehrt. Mit Selbstaufopferung haben unsere Soldaten es vor den Flammen bewahrt. – Sollten in diesem furchtbaren Kriege Kunstwerke zerstört worden sein oder noch zerstört werden, so würde jeder Deutsche es beklagen. Aber so wenig wir uns in der Liebe zur Kunst von irgend jemand übertreffen lassen, so entschieden lehnen wir es ab, die Erhaltung eines Kunstwerks mit einer deutschen Niederlage zu erkaufen.

Es ist nicht wahr, daß unsere Kriegführung die Gesetze des Völkerrechts mißachtet. Sie kennt keine zuchtlose Grausamkeit. Im Osten aber tränkt das Blut der von russischen Horden hingeschlachteten Frauen und Kinder die Erde, und im Westen zerreißen Dumdumgeschosse unseren Kriegern die Brust. Sich als Verteidiger europäischer Zivilisation zu gebärden, haben die am wenigsten das Recht, die sich mit Russen und Serben verbünden und der Welt das schmachvolle Schauspiel bieten, Mongolen und Neger auf die weiße Rasse zu hetzen [ein heute sicher verstörendes Argument, das aber im Kontext der damaligen Kolonialzeit gesehen werden muß; alle Kolonialherrscher, also auch England oder Frankreich, sahen sich als die wahren, fortgeschrittenen Träger der Zivilisation; es war gemeinhin üblich, diese Länder unter dem Begriff „Weiße Rasse“ zusammenzufassen. Der Vorwurf der Intellektuellen nach damaliger Leseart soll bedeuten, daß sich die Ententemächte nicht scheuten, den Krieg nicht auf Europa zu begrenzen, sondern sogar Kämpfer aus ihren Kolonien gegen den „Kulturstandort“ Europa einzusetzen; Kämpfer mit anderem kulturellen Hintergrund, die sich womöglich an die Haager Landkriegsordnung – im damaligen Bewußtsein eine Errungenschaft der europäischen Zivilisation – nicht gebunden fühlten.].

Es ist nicht wahr, daß der Kampf gegen unseren sogenannten Militarismus kein Kampf gegen unsere Kultur ist, wie unsere Feinde heuchlerisch vorgeben. Ohne den deutschen Militarismus wäre die deutsche Kultur längst vom Erdboden getilgt. Zu ihrem Schutz ist er aus ihr hervorgegangen in einem Lande, das jahrhundertelang von Raubzügen heimgesucht wurde wie kein zweites. Deutsches Heer und deutsches Volk sind eins. Dieses Bewußtsein verbrüdert heute 70 Millionen Deutsche ohne Unterschied der Bildung, des Standes und der Partei.

Wir können die vergifteten Waffen der Lüge unseren Feinden nicht entwinden. Wir können nur in alle Welt hinausrufen, daß sie falsches Zeugnis ablegen wider uns. Euch, die Ihr uns kennt, die Ihr bisher gemeinsam mit uns den höchsten Besitz der Menschheit gehütet habt, Euch rufen wir zu:
Glaubt uns! Glaubt, daß wir diesen Kampf zu Ende kämpfen werden als ein Kulturvolk, dem das Vermächtnis eines Goethe, eines Beethoven, eines Kant ebenso heilig ist wie sein Herd und seine Scholle.
Dafür stehen wir Euch ein mit unserem Namen und mit unserer Ehre!“

Frank-Lothar Kroll über die Modernität des Deutschen Kaiserreichs

Bereits im April letzten Jahres veröffentlichte der in Chemnitz lehrende Historiker Frank-Lothar Kroll sein Büchlein Geburt der Moderne: Politik, Kultur und Gesellschaft im deutschen Kaiserreich 1900-1917.

Kroll, der sich durch zahlreiche Publikationen zu Preußen einen Namen gemacht hat und als Experte auf diesem Gebiet gelten darf, wehrt sich in seinem kurzen Abriß (gut 200 Seiten) der Geschichte des späten Kaiserreichs gegen dessen Dämonisierung und einseitige Betrachtungsweise, wie sie jahrzehntelang vorherrschte. Ausdrücklich betont Kroll die Modernität des Kaiserreichs, gerade im Vergleich mit den anderen Staaten der damaligen Zeit, und widerlegt die These vom Deutschen Sonderweg von Bismarck zu Hitler.

Rainer Blasius bewertete in der FAZ Krolls Werk als höchst informative Studie“.
Es ist daher an der Zeit, sie erneut in Erinnerung zu rufen und zur Lektüre zu empfehlen – gerade jetzt, nachdem die Weltkriegsdebatte abgeflaut ist, die in den letzten Monaten das Thema Kaiserreich einseitig dominierte.

Das Buch ist erhältlich unter:
www.bebraverlag.de/neuerscheinungen/titel/377–geburt-der-moderne.html

IfS-Studie: Deutsche Kriegsschuld 1914? Revision einer hundertjährigen Debatte

Das Institut für Staatspolitik (IfS) hat anläßlich der aktuellen Debatte in den Medien um die Verantwortung für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges eine neue Studie veröffentlicht. Auf 50 Seiten wird das Thema „Kriegsschuld“  und die Entwicklung dieser 100jährigen Debatte kompakt nachgezeichnet und erläutert. Die Studie – an der auch wilhelm-der-zweite.de-Autor Dr. Erik Lehnert mitwirkte – ist sehr empfehlenswert vor allem für diejenigen, die sich zwar ernsthaft mit dem Thema beschäftigen wollen, aber nicht die Zeit oder Energie haben, sich mit den 1000-Seiten-Wälzern von Jörg Friedrich oder Christopher Clark auseinanderzusetzen.

Die Studie kostet 5 € und kann hier bestellt werden:
http://antaios.de/buecherschraenke/erster-weltkrieg/2427/deutsche-kriegsschuld-1914