Prof. Niall Ferguson: „Wir werden überhaupt nichts lernen, wenn wir in diesem Jahrhundertjahr bloß sagen, die Deutschen seien an allem schuld gewesen.“

Der britische Harvard-Professor Niall Ferguson erregte bereits 1999 Aufsehen, als er in seinem Buch „The Pity of War“ als erster Historiker seit Jahrzehnten die These von der deutschen Hauptschuld am 1. Weltkrieg zurückwies. Schon damals widersprach er der in England offiziellen Deutung vom 1. Weltkrieg als „gerechten Krieg“, den Großbritannien geführt habe. An dieser Deutung hält die englische Regierung mit Premier Cameron auch im Jubiläumsjahr 2014 fest; der englische Bildungsminister warf Ferguson kürzlich vor, „Britannien schlechtzumachen und Deutschland von der Kriegsschuld zu entlasten“ (FAZ.net).

Im BBC legte Ferguson jetzt nach und bezeichnete den sofortigen englischen Kriegseintritt 1914 – der aus dem Balkankrieg einen Weltkrieg machte – als Fehler, auch deshalb, weil das Deutsche Kaiserreich demokratischer gewesen sei als das damalige Großbritannien!

Dies sind in der Tat provokative Aussagen, die zusammen mit denen von Prof. Christopher Clark das einseitige gängige Geschichtsbild vom bösen Deutschen Kaiserreich und der guten Entente gehörig ins Wanken bringen. Dies anzuerkennen, bereitet freilich nicht nur der englischen Regierung, sondern auch vielen Deutschen noch Schwierigkeiten.

Erfahren Sie mehr im bemerkenswerten Bericht der FAZ unter:
www.faz.net/aktuell/feuilleton/fergusons-umstrittene-weltkriegs-these-jeder-hat-sich-verrechnet-12777518.html

155. Geburtstag Kaiser Wilhelms II.

Heute vor 155 Jahren, am 27. Januar 1859 um 15 Uhr, wurde im Kronprinzenpalais Unter den Linden in Berlin geboren: Prinz Friedrich Wilhelm Albert Victor von Hohenzollern, der spätere Kaiser Wilhelm II., nach dem ein ganzes Zeitalter benannt werden sollte.

Der Jubel in Berlin war grenzenlos, und 101 Kanonenschüsse verkündeten dem Volk die Geburt des preußischen Thronfolgers. Der Leibarzt der englischen Queen Victoria schrieb aus Berlin: „Während ich schreibe, es ist zwischen vier und fünf Uhr nachmittags, drängt sich eine jubelnde Menge meist wohlgekleideter Menschen in der breiten Straße vor dem Palais.“ Die Arbeiter und die armen Frauen der entlegensten Viertel von Berlin und sogar die bäuerliche Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern eilte begeistert in die Straße Unter den Linden, um die Bulletins, die die Geburt verkündeten, zu lesen und abzuschreiben.

Kontrafaktische Geschichtsschreibung kompakt

Michael Klonosvky schreibt auf www.ef-magazin, wie heute sein könnte, wenn es damals anders gekommen wäre.
Wie immer witzig, kenntnisreich und mit überraschenden Folgerungen – Klonovsky eben!

http://ef-magazin.de/2014/01/23/4877-erster-weltkrieg-deutsche-kriegsdummheit

Drei junge deutsche Historiker in der WELT: „Warum Deutschland nicht allein schuld ist“

Die drei jungen deutschen Historiker Dominik Geppert, Sönke Neitzel und Thomas Weber weisen in einem bemerkenswerten Kommentar in der WELT auf die nunmehr veränderte Sicht auf den Ersten Weltkrieg hin, denn „längst hat sich in der Geschichtswissenschaft ein Paradigmenwechsel vollzogen.“

Und wir finden in dem Kommentar durchaus provokative Aussagen, die vor wenigen Jahren noch unvorstellbar gewesen wären:

„Fritz Fischers These vom zielstrebigen deutschen Griff nach der Weltmacht hat sich als überspitzt und einseitig erwiesen. Von einem ‚deutschen Sonderweg‘ kann heute ebenso wenig mehr die Rede sein wie vom ‚preußischen Militarismus‘ als Ursache allen Übels.“

„Erst der britische Kriegseintritt machte aus dem [auf den Balkan begrenzten] Ursprungskonflikt ein globales Desaster. […] Die Verletzung der Souveränität Belgiens war nicht der Grund, sondern der willkommene Vorwand für das britische Eingreifen.“

„Die neuen historischen Erkenntnisse gefallen einigen nicht, weil sie im Widerspruch zu lieb gewonnenen Selbst- und Feindbildern stehen.“

Die Autoren weisen sogar die These zurück, die Lehre aus dem Ersten Weltkrieg müsse der Verzicht auf den Nationalstaat und folglich das vollständige Aufgehen in einem europäischen Bundesstaat sein:

„Die Idee, dass wir mit ‚Europa‘ den Nationalismus bekämpfen müssten, der angeblich die Triebfeder des Dreißigjährigen Krieges des 20. Jahrhunderts gewesen sei, hat den Nationalstaat zu Unrecht diskreditiert.“

Lesen Sie den ganzen WELT-Artikel unter:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article123516387/Warum-Deutschland-nicht-allein-schuld-ist.html

Albert Jay Nock: The Myth Of A Guilty Nation

Das libertäre Monatsmagazin eigentümlich frei bespricht in der aktuelle Ausgabe 1/2014 ausführlich einen Klassiker des Revisionismus aus der Zwischenkriegszeit: Albert Jay Nocks „The myth of a guilty nation„, ein Buch, das 1922 für das amerikanische Publikum geschrieben wurde und die These von der deutschen Alleinkriegsschuld am Kriegsausbruch 1914 in Frage stellt.
Es ist als Reprint auch in deutscher Sprache erhältlich und wurde bereits vor einiger Zeit auf unserer Website www.wilhelm-der-zweite.de empfohlen:
www.wilhelm-der-zweite.de/buecher/nock.php