Diskussion um den Berliner Neptunbrunnen

Der Neptunbrunnen in Berlin-Mitte auf dem Platz zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche (in der Nähe des Fernsehturmes/Alexanderplatzes) ist auch heute ein beliebtes Fotomotiv:

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Der Neptunbrunnen wurde 1891 ursprünglich vor dem Berliner Schloß errichtet. Er war ein Geschenk des Berliner Magistrats an den jungen Kaiser Wilhelm II. – eine Tatsache, die weitgehend vergessen ist!

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Der später sehr bekannte Bildhauer Reinhold Begas schuf den Brunnen in 3jähriger Arbeit; er stellt eine der größten bildkünstlerischen Brunnenanlagen der Welt dar! Die bekannten vier Frauenfiguren am Rand des Brunnens sollen die Flüsse Rhein, Weichsel, Oder und Elbe symbolisieren.

Nachdem die DDR-Führung das Schloß 1951 sprengen ließ, wurde der vom Krieg verschonte Brunnen demontiert und 1969 auf dem Platz zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche neu errichtet, wo er noch heute steht. Im Zuge des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses entbrannte in jüngster Zeit auch die Diskussion um die Gestaltung des Schloßumfeldes neu. Viele wünschen eine Rückverlegung des Neptunbrunnens an seinen ursprünglichen Platz vor dem Schloß – geht dieser Standort doch auf den Plan des genialen preußischen Baumeisters Karl-Friedrich Schinkel zurück.

Nach einem Beschluß des Berliner Senats soll der Neptunbrunnen jedoch auf seinem jetzigen Platz verbleiben. Es bleibt zu hoffen, daß nach Wiederherstellung der barocken Schloßfassaden 2019 der Ruf neu laut wird, das ganze stimmige historische Schloßensemble – mitsamt Neptunbrunnen – wiederherzustellen und daß der Senatsbeschluß letztlich revidiert wird.

Siehe auch: „Der Neptunbrunnen gehört vors Schloss“ (Tagespiegel-Artikel)