157. Geburtstag Kaiser Wilhelms II.

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Portrait Wilhelms II. im Schloßhotel Berlin-Grunewald (Aufnahme 2015)

Am 27. Januar 1919 sendete Gustav Stresemann, Vorsitzender der nationalliberalen DVP und späterer Außenminister des Deutschen Reiches, folgendes Glückwunschtelegramm an den sich im holländischen Exil befindlichen Wilhelm II. zu dessen 60. Geburtstag:

Euer Majestät sendet die deutsche Volkspartei zum sechzigsten Geburtstag ehrfurchtsvolle Glückwünsche. Wir würdigen in Dankbarkeit die Arbeit, die Euer Majestät getreu dem Ausspruch ‚Kaisertum ist Dienst am Deutschen Volke‘ in mehr als dreißigjähriger Tätigkeit für das Deutsche Reich und das Deutsche Volk geleistet haben. In Erinnerung an die ersten Worte des alten national-liberalen Parteiprogramms – ‚unverbrüchliche Treue zu Kaiser und zu Reich‘ – gedenken wir der großen Zeit, die Deutschland und Preußen unter der Hohenzollernherrschaft durchlebt haben. Wir wünschen Eure Majestät von ganzem Herzen einen friedlichen Lebensabend und bitten, davon überzeugt zu sein, daß Millionen Deutscher mit uns auch unter den neuen Verhältnissen und auf neuer Grundlage des staatlichen Lebens stets das Bekenntnis zum monarchischen Gedanken hochhalten und  sich gegen jede würdelose Abkehr von den hohen Idealen des deutschen Kaisertums und preußischen Königtums wenden werden.“

Richtigstellungen über das Kaiserreich und den Armenier-Völkermord 1915-18

In den Jahren 1915-18 wurden im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen christliche Armenier durch die osmanische Regierung deportiert und ermordet. An diesem Völkermord, der in der offiziellen Geschichtsschreibung der Türkei bis heute geleugnet wird, habe sich auch das Deutsche Kaiserreich mitschuldig gemacht, stellte 2005 der Deutsche Bundestag fest. Das Osmanische Reich, im Ersten Weltkrieg Verbündeter des Deutschen Kaiserreichs, sei durch die deutsche Regierung damals nicht in die Schranken gewiesen worden.

Daß diese Schuldzuschreibung nicht den historischen Tatsachen entspricht, wies Manfred Backerra Anfang Dezember in seinem Vortrag in der Bibliothek des Konservatismus in Berlin nach. „Das Deutsche Reich, so Backerra, sei im Krieg einem existenziell wichtigen Verbündeten so in die Arme gefallen, wie es keiner der Feindstaaten getan hätte.“

Ähnlich wie Kaiser Wilhelm II. war übrigens auch der osmanische Sultan während des Krieges weitgehend entmachtet; der Genozid wurde vielmehr auf Betreiben der jungtürkischen Bewegung durchgeführt. Dem Sultan wurde z.B. ein an ihn gerichteter Protestbrief von Papst Benedikt XV. von jungtürkischer Seite so lange vorenthalten, bis längst Tatsachen geschaffen und hunderttausende Armenier umgekommen waren.
Auch die scharfen deutschen Proteste blieben erfolglos: „Proteste nützen nichts, und türkische Ableugnungen, daß keine Deportationen mehr vorgenommen werden sollen, sind wertlos.“, so zitiert Backerra eine Note des deutschen Botschafters aus Istanbul nach Berlin.

Lesen Sie den vollständigen Bericht auf der Website der Bibliothek des Konservatismus:
www.bdk-berlin.org/2015/rufmord-am-deutschen-handeln/