Heute vor 100 Jahren:
Die Seeschlacht am Skagerrak

Am heutigen 31. Mai 2016 jährt sich zum 100. Mal die legendäre Seeschlacht am Skagerrak.

Vor dem dänischen Jütland trafen die “Grand Fleet” des britischen Empires (mit 155 Schlachtschiffen) und die Kaiserliche Hochseeflotte (mit 99 Schlachtschiffen) zur größten Seeschlacht der Weltgeschichte aufeinander.

Auf britischer Seite zählte man am Ende des Gefechts zwar rein numerisch die eindeutig größeren Verluste:

Seeschlacht_Vergleich
Doch das Deutsche Reich konnte daraus keinen strategischen Vorteil ziehen, denn es änderte mit der Schlacht nichts Entscheidendes an der britischen Abriegelung der Nordsee, die auch nach der Skagerrak-Schlacht bestehen blieb.

Für viele Historiker galt folglich der Ausgang der Schlacht lange als „Unentschieden“ oder als deutsche Niederlage.

Eine sehr lesenswerte alternative Deutung von Vorgeschichte, Verlauf und Folgen der Schlacht liefert der Publizist Jürgen Busche, der den nachstehenden Artikel zum 90jährigen Jubiläum – also vor 10 Jahren – für die Zeitschrift Cicero verfaßte.
Dabei geht der Autor auch auf die Rolle der deutschen Hochseeflotte in der Vorkriegszeit und deren Bedeutung als „Abschreckungswaffe“ gemäß der Tirpitzschen „Risikopolitik“ ein. Busche kommt zu der Erkenntnis, daß die Skagerrak-Schlacht die Richtigkeit der deutschen Flottenpolitik bestätigte.

Lesen Sie den Cicero-Artikel von Jürgen Busche unter:
www.cicero.de/berliner-republik/wer-siegte-am-skagerrak/37401

Thilo Sarrazin: Merkel, Erdogan, Sultan Mehmed V. und Wilhelm II.

Thilo Sarrazins neuestes Buch Wunschdenken ist das derzeit meistverkaufte Sachbuch in Deutschland, es liegt auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste.

In Deutschland weniger bekannt ist, daß Sarrazin im Schweizer Wochenmagazin Die Weltwoche in seiner Kolumne Brief aus Berlin regelmäßig denkwürdige Stellungnahmen veröffentlicht (Die Weltwoche wird vom Schweizer Roger Köppel, ehemals Chefredakteur der deutschen Zeitung Die Welt, herausgegeben).

In seiner neuesten Kolumne vom 4. Mai (in Heft 18/2016) mit dem Titel „Türkisches Hineinregieren“ übt Sarrazin scharfe Kritik an Bundeskanzlerin Merkel, die sich durch ihr devotes Verhalten gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdoğan in eine Situation manövriert habe, die „das politische Ende von Angela Merkel eingeläutet“ haben könnte.

Sarrazin weist darauf hin, daß Merkels Anbiederung an Erdoğan historisch beispiellos sei. Mit Blick auf Europa notiert er: „Europa [hat sich] seine Standards bislang nicht von anderen diktieren lassen. Es ist nicht bekannt, dass der Osmanische Sultan Mehmed V. beim deutschen Kaiser Wilhelm II. in Presseangelegenheiten interveniert hätte und dieser daraufhin tätig geworden wäre.“