Faktenbasierte Antwort auf den Vorwurf der deutschen Kriegsgreuel in Belgien 1914

Zur Neuerscheinung:
Ulrich Keller: Schuldfragen. Belgischer Untergrundkrieg und deutsche Vergeltung im August 1914, Schönigh-Verlag, Oktober 2017, 435 S.

Beim Vormarsch durch Belgien stießen deutsche Truppen 1914 auf erbitterten Widerstand der belgischen Zivilbevölkerung. Der Krieg artete in einen Guerillakrieg aus, den die Deutschen mit entsprechender Härte beantworteten. Die alliierte Kriegspropaganda dramatisierte diese maßlos (z.B. wurde behauptet, die Deutschen würden belgischen Kindern die Hände abhacken), und die Stilisierung der Deutschen als brutale „Hunnen“ zeigte nachhaltig Wirkung. Viel davon übernahmen die Deutschen nach 1968 unkritisch und bereitwillig in ihre schwarzgefärbte und mit einem Schuldkomplex behaftete Selbstwahrnehmung.

Doch jetzt regt sich Widerspruch: Der in den USA lehrende Kunsthistoriker Ulrich Keller hat ein Werk vorgelegt, in dem er, durch intensive Archivforschung gestützt, der historischen Wahrheit nachspürt. Keller belegt z.B. die große Brutalität, mit der die belgische Bevölkerung gegen verwundete und gefangene deutsche Soldaten vorging, was zur Eskalation der Gesamtsituation erst maßgeblich beitrug.

Selbst der Historiker Gerd Krumeich, der bislang ein stets dezidiert kritisches Bild Deutschlands vom Kaiserreich und 1. Weltkrieg gezeichnet hatte, mußte nach der Lektüre von Kellers Forschungsergebnissen seine bisherigen Ansichten zum „Rape of Belgium“ revidieren – die Fakten waren einfach nicht zu leugnen. Krumeich steuerte schließlich auch das bemerkenswerte Vorwort zu Kellers Werk bei. Er kommt darin zu folgendem Urteil, dem man uneingeschränkt zustimmen muß:
„ein vorbildlich recherchiertes, differenziertes, klug abwägendes Buch, das den Leser von der ersten bis zur letzten Zeile in seinen Bann schlägt.“

Rezension bei der JF
Interview mit dem Autor
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