Dr. Benjamin Hasselhorn: „Königstod: 1918 und das Ende der Monarchie in Deutschland“

Auf knapp 180 Seiten gelingt dem Historiker Dr. Benjamin Hasselhorn mit Königstod: 1918 und das Ende der Monarchie in Deutschland (22 €) ein weiterer äußerst lesenwerter Beitrag auf dem Büchermarkt, der das „ungnädige Bild Wilhelms II.“ (Eberhard Straub) korrigiert. Hasselhorn betrachtet das Ende der Monarchie in Deutschland als das was es war: unnötig und ein schweres Unglück, das fatale Folgen hatte für das Selbstverständnis der Deutschen nach dem Krieg und die Stabilität der nachfolgenden politischen Ordnung.

Der Historiker Golo Mann urteilte vor geraumer Zeit kenntnisreich und einfühlsam über die Tragik des November 1918: „Der Umsturz von 1918 ist historisch sinnlos, denn das was die Leute wollten, hatten sie schon oder hätten es demnächst bekommen […] Eine uralte Anordnung des öffentlichen Lebens wurde in wenigen Stunden hinweggefegt und es trat nichts Solides an ihre Stelle.“

Hasselhorn stimmt mit Golo Mann überein und widerspricht damit Figuren wie dem Bremer Historiker Lothar Machtan („Kaisersturz“), der – ohne den entscheidenden Einfluß der US-Amerikaner auf die Ereignisse des November 1918 überhaupt zu erwähnen – behauptet, der Sturz der Monarchie sei ein langgehegter Wunsch der Deutschen gewesen.

Gekonnt lässt der Autor in den ersten Kapiteln nicht nur das Leben und Wirken des letzten Kaisers sowie die genauen Umstände der Abdankung sachkundig Revue passieren, sondern geht auch auf die sakrale Dimension der Monarchie, also den oft ausgeblendeten Zusammenhang zwischen Religion und Monarchie, ein.

Das Politikmagazin Cicero kam zu dem Urteil: „Hasselhorn rettet die Ehre des Kaisers und findet die Lücke im kollektiven Gedächtnis.“
Ita est – eine kurzweilige und kompakte Lektüre, der große Verbreitung zu wünschen ist.

Jetzt bei Amazon bestellen