Heute vor 100 Jahren: das Ende des deutschen Kaiserreiches

Heute vor genau 100 Jahren, am 9. November 1918, verkündete Reichskanzler Max von Baden eigenmächtig den Rücktritt von Kaiser Wilhelm II. Nachdem in Deutschland eine sozialistische Revolution nach russischem Vorbild drohte, hatten sich die Ereignisse überschlagen. Der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann verkündete kurz nach 14 Uhr am Reichstag überstürzt die Deutsche Republik, kurz bevor die Kommunisten um Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg am Berliner Stadtschloß die sozialistische Räterepublik ausrufen konnten.

Mit diesem Tag endete die Epoche des Wilhelminismus und des Deutschen Kaiserreiches, das seit 1871 einen unglaublichen Aufschwung genommen hatte – bis ihn der Kriegsausbruch 1914 jäh beendete.

Kaiser Wilhelm II. mußte nach 30 Jahren Regentschaft ins Exil nach Holland fliehen und konnte bis zu seinem Tod 1941 nie mehr nach Deutschland zurückkehren.

Wir bringen aus Anlaß dieses denkwürdigen Tages einen Essay von Dr. Erik Lehnert mit dem Titel „Friede oder Hohenzollern? Deutschland im Herbst 1918“. Er schildert die dramatische Zuspitzung der Ereignisse, die zum 9. November führten. Besonders beleuchtet wird die Rolle von US-Präsident Wilson, der zuletzt die Abschaffung der Monarchie in Deutschland als Voraussetzung für Friedensverhandlungen unverhohlen gefordert hatte.

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