Prof. Niall Ferguson: „Wir werden überhaupt nichts lernen, wenn wir in diesem Jahrhundertjahr bloß sagen, die Deutschen seien an allem schuld gewesen.“

Der britische Harvard-Professor Niall Ferguson erregte bereits 1999 Aufsehen, als er in seinem Buch „The Pity of War“ als erster Historiker seit Jahrzehnten die These von der deutschen Hauptschuld am 1. Weltkrieg zurückwies. Schon damals widersprach er der in England offiziellen Deutung vom 1. Weltkrieg als „gerechten Krieg“, den Großbritannien geführt habe. An dieser Deutung hält die englische Regierung mit Premier Cameron auch im Jubiläumsjahr 2014 fest; der englische Bildungsminister warf Ferguson kürzlich vor, „Britannien schlechtzumachen und Deutschland von der Kriegsschuld zu entlasten“ (FAZ.net).

Im BBC legte Ferguson jetzt nach und bezeichnete den sofortigen englischen Kriegseintritt 1914 – der aus dem Balkankrieg einen Weltkrieg machte – als Fehler, auch deshalb, weil das Deutsche Kaiserreich demokratischer gewesen sei als das damalige Großbritannien!

Dies sind in der Tat provokative Aussagen, die zusammen mit denen von Prof. Christopher Clark das einseitige gängige Geschichtsbild vom bösen Deutschen Kaiserreich und der guten Entente gehörig ins Wanken bringen. Dies anzuerkennen, bereitet freilich nicht nur der englischen Regierung, sondern auch vielen Deutschen noch Schwierigkeiten.

Erfahren Sie mehr im bemerkenswerten Bericht der FAZ unter:
www.faz.net/aktuell/feuilleton/fergusons-umstrittene-weltkriegs-these-jeder-hat-sich-verrechnet-12777518.html