Der Krieg von 1914 – Wahrnehmung eines Zeitgenossen (I)

„Der Krieg, der jetzt geführt wird, ist ein Kampf nicht nur um politische Fragen, um die Behauptung der Machtstellung des Deutschen Reiches und der ihm eng verbündeten Österreichisch-Ungarischen Monarchie, sondern um unendlich viel mehr: Es handelt sich um das Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes. Wir wissen, was wir zu erwarten haben, wenn wir unterliegen; unsere Feinde haben uns den Untergang geschworen… Die Zeiten, da Deutschland zerrissen und machtlos war, wollen sie wieder herstellen; sollten sie siegen, so werden sie alle Mittel ergreifen, um Deutschland zu zertrümmern, um uns nicht nur jede Möglichkeit zu nehmen, wieder zu staatlicher Macht zu gelangen, sondern um uns national zu vernichten.“

Eduard Meyer (1855-1930), Professor für Alte Geschichte an der Berliner Universität 1919/1920, Hauptwerk: Geschichte des Altertums
schrieb diese Zeilen am 4. August 1914.