Sensationeller Nachlaßfund belegt: König George V. wollte Kriegseintritt Großbritanniens um jeden Preis

Die englische Zeitung Daily Telegraph veröffentlichte vor wenigen Tagen auf ihrer Website ein aufsehenerregendes Dokument; es belegt, daß die Verletzung der belgischen Neutralität durch deutsche Truppen für Großbritannien nur der willkommene Anlaß war, um in den Krieg einzutreten.

Brisantes Gesprächsprotokoll

Bei dem Dokument handelt es sich um ein Gedächtnisprotokoll aus dem Jahre 1933, das jüngst im Nachlaß von Sir Cecil Graves, einem Neffen des britischen Außenministers Sir Edward Grey, entdeckt wurde. Darin hatte Cecil Graves den Inhalt eines Gespräches festgehalten, das er mit dem englischen König George V. anläßlich des Todes seines Onkels Edward Grey 1933 führte.

edward_greyDer brisante Inhalt des Protokolls:
Der englische König berichtete dem Neffen Greys von der entscheidenden, 90minütigen  Unterredung mit Grey am 2. August 1914, zwei Tage vor dem britischen Kriegseintritt.
Demnach äußerte Grey, daß das englische Kabinett erst noch eine plausible Begründung für den Kriegseintritt finden müsse.
Der englische König bedrängte Grey daraufhin mit den Worten: „Sie müssen einen Grund finden, Grey.“
Denn sollte Deutschland Frankreich besiegen, würde Großbritannien in Zukunft „vollständig“ durch Deutschland „dominiert“. Daher sei ein „sofortiger“ Kriegseintritt („at once“) geboten.

Der König berichtete weiter, daß er am nächsten Tag, am 3. August 1914, einen privaten Brief des französischen Präsidenten Poincaré erhalten habe, der vehement um einen britischen Kriegseintritt bat. Fast zeitgleich sei ein Telegramm des belgischen Königs Albert eingegangen mit dem Hinweis auf die Neutralitätsverletzung durch Deutschland. Erleichtert habe König George V. sofort Grey mitgeteilt, daß er nicht länger nach einer Begründung für den Kriegseintritt suchen müsse.

Das eigentliche Motiv für den britischen Kriegseintritt

Dieser hochbristante Nachlaßfund, den noch kein Historiker bislang  berücksichtigen konnte, belegt zweifellos, daß es Großbritannien nicht primär darum ging, Belgien zu Hilfe zu eilen oder seinen Entente-Partnern beizustehen. Die Neutralitätsverletzung Belgiens war vielmehr der langgesuchte und hochwillkommene Anlaß, der den wirklichen Grund für den britischen Kriegseintritt verhehlen sollte: die Furcht vor dem Verlust der Vorherrschaft des britischen Empire durch Deutschland.

Erst durch den britischen Kriegseintritt wurde der zunächst noch begrenzte Konflikt zum Weltkrieg.
Letztlich bewirkte der britische Kriegseintritt jedoch genau das, was er verhindern sollte:
den Niedergang des Empire.

Lesen Sie den hochinteressanten Artikel auf der Website des Telegraph unter:
www.telegraph.co.uk/history/world-war-one/10991582/Revealed-how-King-George-V-demanded-Britain-enter-the-First-World-War.html

Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Tut mir leid, aber da wird nur kalter Kaffee aufgewärmt. Daß es England nicht primär um Belgien ging, ist seit langem bekannt, ebenso bekannt und seinerzeit bereits vom deutschen Botschafter Lichnowsky immer wieder nach Berlin berichtet, ist, daß England nicht bereit war, eine Unterwerfung Frankreichs durch Deutschland zuzulassen. Das europäische Gleichgewicht war schlicht und einfach die Geschäftsgrundlage der europäischen Politik.


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